Sehenswürdigkeiten Jordanien

Wadi Rum

Wadi Rum

Durch die Wüsten und Felsformationen Jordaniens ziehen sich viele Wadis, d.h. Flusstäler, die über die meiste Zeit des Jahres ausgetrocknet sind. Oft handelt es sich um Täler mit hohen Felswänden und markanten Steinformationen. Eine der größten und wohl imposantesten Wüsten- und Wadi-Landschaften Jordaniens ist das Wadi Rum, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Akaba gelegen. Diese pittoreske Landschaft aus gewaltigen, rötlich schimmernden Sandsteinbergen auf Granitsockeln und hoch aufragenden Felstürmen, Tafelbergen und Klippen inmitten weiter Sanddünenfelder war schon Kulisse zahlreicher Kinofilme. Weltberühmt wurde das Wadi Rum durch den Kinofilm „Lawrence von Arabien“, der auf der Erzählung des britischen Offiziers und Archäologen Thomas Edward Lawrence „Die sieben Säulen der Weisheit“ basiert, in welcher der arabische Aufstand gegen die Türken während des Ersten Weltkrieges geschildert wird. Eine besonders markante und monumentale Felsformation des Wadi Rum wurde von ihm „Sieben Säulen der Weisheit“ getauft.

Wüstenlandschaft im Wadi Rum
Wüstenlandschaft im Wadi Rum

Über die Straße von Akaba kommend, gelangt man von Norden ins Wadi. Dort wird man seit einiger Zeit vom Tourist Visitor Center empfangen. Hier kann man sich informieren und Führer, Jeeps oder Kameltouren mieten. Westlich des Centers sieht man die Felsmassive des Dschebel Leyyah und östlich davon die berühmten „Sieben Säulen der Weisheit“ an der Nordflanke des Dschebel Umm Ischrin. Fährt man die Straße ein paar Kilometer weiter nach Süden, kommt man schließlich in den gleichnamigen Ort Wadi Rum. Hier leben mehrere hundert Beduinen, hauptsächlich vom Stamm der Howeitat. Viele sind auf die Touristen angewiesen und bieten Touren an. Außerdem sind hier die Station der Wüstenpolizei und ein Resthouse zum Einkehren.

Die höchste Erhebung in der atemberaubenden Landschaft ist der 1754 Meter hohe Dschebel Rum an dessen Fuß die kleine Ortschaft liegt. Hier befinden sich auch die Ruinen eines kleinen Nabatäer-Tempels der Göttin Allat, nur wenige hundert Meter hinter dem Resthouse und ca. einen halben Kilometer von der Polizeistation entfernt am Fuß des Dschebel Rum gelegen. Die Ruinen aus der Regierungszeit des Nabatäerkönigs Aretas IV. (frühes 1. Jahrhundert n. Chr.) wurden in den 1930er Jahren archäologisch erforscht. Obwohl in nabatäischer Zeit errichtet, schien die Anlage auch noch in römischer Zeit genutzt worden zu sein. Erhalten sind noch anstehende Mauern, Bodenfundamente und Reste der einst zwölf Säulen. Ungefähr 300 Meter südlich des Tempels ist noch eine nabatäische Brunnenanlage erhalten, die einst ihr Wasser über eine Zuleitung aus einer einen Kilometer entfernten Felsquelle erhielt.

Etwa zwei Kilometer südlich der Ortschaft Rum öffnet sich das Tal wieder. In einer weiten Sandlandschaft erheben sich einzelne imposante Tafelberge und Felstürme, alle gigantisch in ihren Ausmaßen.  An einigen Stellen wurden Felszeichnungen, Graffiti mit Darstellungen von Kamelreitern sowie nabatäische, thamudische und minaische (allesamt semitische bzw. früharabische) Inschriften gefunden.

An mehreren Stellen in der Landschaft des Wadi Rum entspringen kleine Quellen. Während der seltenen winterlichen Regenfälle sickert das Wasser durch das poröse Gestein der Felsmassive bis es auf wasserundurchlässige Gesteinsschichten stößt und an bestimmten Stellen herauskommt.  

Geologisch entstand das Wadi Rum über Jahrmillionen durch die tektonischen Bewegungen am Grabenbruch und durch wetterbedingte Erosionen. 

Autor dieses Artikels: M.Hüneburg